Die älteste Schule des Feng Shui wird „Luan Tou“ genannt und ist im Westen auch als „Formenschule“ bekannt. Erst ab dem 19. Jahrhundert gibt es auch schriftliche Überlieferungen deren Lehre. Feng Shui stammt ursprünglich aus China und bedeutet sinngemäß: “Qi wird vom Wind zerstreut und stoppt an der Grenze des Wassers”. Dieser Ausspruch stammt aus dem “Buch der Riten” von Guo Po etwa 300 nach Christus. Bereits in der Übersetzung wird die Bedeutung des Chi-Prinzips für die Lehre des Feng Shui deutlich. Als Chi wird in der daoistischen Tradition eine unsichtbare Lebensenergie bezeichnet, die alles belebt und gestaltet. Um eine Harmonisierung des Menschen zu bewirken, soll sie deshalb ständig im Fluss sein. Auch in Wohnräumen kommt es zu einem Fluss des Chi, welchen man mithilfe der Techniken des Feng Shui positiv beeinflussen kann. Grundlage für das Chi ist die Auffassung, dass sich alle Dinge dieser Welt fünf Grundelementen zuordnen lassen, Holz, Feuer, Metall, Wasser und Erde. Die Energien dieser Elemente sind entweder positiv oder negativ geladen. Die Elemente befinden sich in einem lebendigen dynamischen Prozess aus „Werden, Wandlung und Vergehen“. Ziel der Feng-Shui-Maßnahmen ist ein Gleichgewicht der fünf Elemente und eine gezielte Aktivierung der sogenannten Wandlungsphasen.
Auch das Konzept des Yin und Yang spielt im Feng Shui eine zentrale Rolle. Die beiden Elemente befinden sich in einem Spannungsfeld und erzeugen Antriebskräfte, sodass Energie fließen kann. Es gibt zahlreiche Attribute, die die unterschiedlichen Eigenheiten der Kräfte beschreiben sollen: Yin ist beispielsweise weiblich, ruhig, die Nacht, Stille und Erde. Yang ist dagegen ist männlich, fest, aktiv, der Tag und der Sommer. Yin und Yang sind beide in gleichem Ausmaß für ein Gleichgewicht der Energien vonnöten, es besteht ein stetiger Wechsel. Wird eine Wohnung gemäß Feng Shui eingerichtet, gibt es demnach Bereiche, in denen Yin vorherrscht, und Bereiche, in denen Yang vorherrscht. Jeder Bereich oder Raum wird dabei abgestimmt auf seine Funktionalität und harmonisch angeordnet.
Die fünf Grundelemente wirken durch die beschriebenen Antriebskräfte unterschiedlich stark gegenseitig aufeinander ein. Elementezyklen geben Aufschluss darüber, in welchem Zusammenhang die Elementen zueinanderstehen, welches Element demnach aus welchem hervorgeht. Um einen positiven oder produktiven Kreislauf hervorzubringen, ist das Ziel, negative und hemmende Faktoren innerhalb eines Kreislaufs zu erkennen und zu eliminieren. Weitere zentrale Zusammenhänge stellt der Kontrollzyklus dar. Ist der ursprüngliche Entstehungszyklus gehemmt, wird ersichtlich, welche Elemente zueinander eine hemmende Beziehung haben. Auch zerstörerische Zyklen sind möglich, Verhältnisse wie „Erde dominiert Wasser“, „Wasser dominiert Feuer“ oder „Feuer überwältigt Wasser“ sind möglich und sollten in Harmonie gebracht werden.


Oktober 13th, 2011
Steffen
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