Spirituelles Fasten verspricht eine regenerierende und entschlackende Auszeit vom Alltag. Darum dienen häufig Klöster als Rückzugsräume für Heilfastende. Ruhesuchende erhoffen sich, dort eine psychische und physische Erholung in einer ursprünglichen Welt ohne Medienüberflutung zu finden. Abnehmen steht hierbei an zweiter Stelle und beläuft sich selten über 5 kg pro Woche.
Programmelemente der Fastenkurse sind Abführkuren und regelmäßige Einläufe, um die Gesundheit der Darmflora zu gewährleisten, sowie eine spezielle Fastenverpflegung, bestehend aus Säften und Brühen. Daneben stehen Wanderungen, eventuell Yogakurse, Massagen oder Meditationen auf dem Terminplan. Am Ende einer Fastenkur erleichtert ein strukturiertes Vorgehen den Nahrungsaufbau. Meist werden begleitende Gespräche mit Fastenberatern sowie psychologische Betreuungen angeboten.
Geistige Einkehr im Kloster hat Tradition. Das 361 errichtete Antonius-Kloster in Ägypten gilt als ältestes christliches Kloster der Welt. Während des Mittelalters wurden zahlreiche Klöster gegründet, viele verschwanden infolge der Säkularisation (1803). Heutzutage gibt es knapp 3.000 Klöster in Deutschland, nur manche öffnen ihre Tore weltlichen Übernachtungsgästen.
So bietet beispielsweise das Kloster Waldbreitbach im Naturpark Westerwald Heilfasten im Kloster an (595 Euro pro Woche im Doppelzimmer). Im Kloster Gravenhorst/Hörstel im Teutoburger Wald kostet eine Woche Heilfasten 430 Euro, das Kloster St. Marienthal in Ostritz bietet eine Fastenwoche für 507 Euro an (alle Preise Stand 2011). Bedingungen fernab der spartanischen Mönchszelle bietet das Kloster Kostenz im Bayerischen Wald. Hallenbad, drei Saunas und ein bewirtschafteter Biergarten kennzeichnen den hotelähnlich geführten Betrieb.


November 10th, 2010
Steffen
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